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Negative Verstärkung in der Paarbeziehung

Eine Beziehung wie eine Sucht

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Negative Verstärkung ist ein Begriff aus der Verhaltenspsychologie. Es beschreibt eine Verhaltensänderung, die durch das Entfernen eines unangenehmen Reizes verstärkt wird. Ein Beispiel dafür wäre, wenn ein Kind seine Hausaufgaben macht, um nicht von seinen Eltern bestraft zu werden.

In vielen Fällen ist es so, dass die Partner Versuche unternehmen, von dem bindungsängstlichen Unglücksmacher loszukommen, aber es letztlich nicht schaffen. Das Ablösen von einem bindungsphobischen Partner kann mit einer Suchtentwöhnung verglichen werden. Deshalb ist es so schwierig. Das Hauptsymptom sind die Entzugsschmerzen.

Berühmte Psychologen namens Petrowitch Pawlow und Frederic Skinner erforschten die Gesetze zur Konditionierung und damit auch die Grundlagen des menschlichen Suchtverhaltens anhand von Hunde- und Rattenexperimenten. Zum einen kann man ein Lebewesen positiv konditionieren. Der „Pawlowsche Hund“ lernte, dass er auf eine bestimmte Taste drücken muss, wenn ein Tonsignal ertönt, um Futter zu erhalten. Bald hatte er den Ton so eng mit Futter assoziiert, dass ihm schon der Speichel lief, wenn er nur den Ton hörte. Man kann Lebewesen aber auch durch negative Verstärker konditionieren, fand Skinner heraus. Seine Ratten lernten, dass der schmerzende Elektroschock aufhört, wenn sie eine bestimmte Taste drückten.

Wenn wir die Gesetze der Konditionierung auf eine Trennungssituation übertragen, dann bedeutet dies, dass der Schmerz (der Trennungsschmerz beziehungsweise Entzugsschmerz) aufhört, wenn wieder Kontakt zum Partner hergestellt wird. Stellen wir uns vor, dass ein Partner in akuter Wut und klarer Einsicht beschließt, dass es so nicht weitergehen kann. Nachdem alle Versuche, den Bindungsängstlichen zu einer Verhaltensänderung zu motivieren, gescheitert sind, sieht er keine andere Wahl, als die Beziehung zu beenden, um sein seelisches Gleichgewicht wiederherzustellen.

Wut ist ein Gefühl, das stark macht - stark genug, um die Trennung auszusprechen. Wir Psychologen nennen es auch „Trennungsaggression“. Wenn der wütende Partner die Trennung an einem Arbeitswochentag durchzieht, hat er besonders gute Chancen erst einmal stabil zu bleiben, denn die Alltagsstruktur kann verhindern, dass er in ein tiefes Loch fällt. Dank der täglichen Routinen vermag er seine Entzugsschmerzen noch einwandfrei niederzuringen. Dann kommt jedoch das Wochenende. Noch schlimmer: der Sonntag. Er fühlt sich entsetzlich einsam und allein und seine Wut weicht einer tiefen Trauer. Die Trauer lässt sich ihn schwach fühlen. Schöne Erinnerungen an die gemeinsame Zeit kriechen in ihm hoch, während die schlechten Erinnerungen an Kraft und Farbe verlieren. Er ist im Elend. An seine Freunde mag er sich nicht wenden, sie verbringen den Sonntag mit ihren Partnern. Er quält sich durch den Tag und fühlt sich depressiv. Seine Abwehrkräfte werden immer schwächer, er streicht ums Telefon. Ein Anruf, so denkt er, würde genügen und ich könnte die geliebte Stimme wieder hören, ich könnte sie/ihn vielleicht heute Abend noch sehen und alles wäre wieder gut. Zu einem anderen Zeitpunkt hält er es einfach nicht mehr aus, der Trennungsschmerz fühlt sich zu schlimm an.

Seiner Meinung nach ist ein begrenztes Leiden durch eine Trennung deutlich besser als ein Dauerleiden, indem die Beziehung so weitergeführt wird.

Sie haben sich mit der Depression verbündet und flüstern ihm nun ein, dass doch alles nicht so schlimm war und es auch so viele schöne Momente gegeben hat. Und – notwendig: „XY liebt mich doch, auch wenn er/sie Probleme hat, dies so zu zeigen, wie ich mir das wünsche. Und trennen kann ich mich ja immer noch, aber ich will sie/ihn wenigstens noch einmal sehen, sprechen, berühren. Wie es ihr/ihm wohl geht? Wahrscheinlich auch nicht gut. Wir lieben uns doch, auch wenn alles so kompliziert und schwierig ist.“ So fräst sich ein Hoffnungsstrahl der Erlösung durch die bodenlose Trauer und der Gedanke nimmt Form an: „Ich muss sie/ihn sehen. Wenigstens muss ich wissen, ob er/sie auch leidet.“ Und so kommt ein Gedanke zum nächsten, der den Verzweifelten immer mehr überzeugt, dass die Trennung doch etwas übereilt war und zumindest im Moment nicht die richtige Lösung darstellt. Schon allein die Vorstellung, den Geliebten/die Geliebte noch einmal zu sehen, hebt die Stimmung. Und schließlich wird die „Taste“ gedrückt, es wird wieder Kontakt hergestellt. Und der Schmerz, der eben noch so bodenlos war, verschwindet erst einmal oder wird zumindest viel erträglicher. Die negative Verstärkung hat funktioniert. Denn in den meisten Fällen ist der Bindungsängstliche auch froh, dass der Partner wieder ankommt. Oder der Bindungsängstliche hat selbst um den Partner gekämpft, weil der Verlust des Partners sein „jein“ in ein Ja verwandelt hat. Ich erinnere: Aus der Ferne können sich viele Bindungsängstliche sehnen, die Ängste und Zweifel werden in der Nähe und Festlegung laut. Wenn der Bindungsängstliche den Kontakt sucht, nachdem sein Partner sich getrennt hat, werden die meisten Partner früher oder später genauso schwach, als wenn er ihn nicht sucht. Wie bei dem Entzug von Drogen ist es auch bei einer Trennung, wenn sie gegen die Gefühle erfolgt. Es ist schwierig, die Entzugssymptome auszuhalten und sie nicht mit dem erneuten Griff zur Droge zu beenden.

Die Beziehung zu einem Bindungsphobiker birgt für die Partner eine ganze Reihe von Gefahren: vom emotionalen Kontrollverlust mit seinen tiefgreifenden Folgen bis zu Depressionen und psychologischen Verstrickungen, die an Süchte erinnern und die es dem Partner schwierig machen, sich aus dieser unglücklichen Konstellation zu befreien. Auch wenn er mit dem Verstand längst gemerkt hat, dass sein Partner sich nicht wirklich einlassen wird und diese Beziehung niemals glücklich und ausgeglichen werden wird.

Im nächsten Kapitel stelle ich deshalb betont praxistaugliche Anregungen und Übungen vor, die Partnern helfen können, sich aus der Verstrickung einer bindungsphobischen Beziehung zu befreien. Denn erst mit freiem Kopf können Sie sich und Ihren Partner wieder mit klaren Augen sehen – und entscheiden, ob Sie diese Beziehung wirklich möchten oder nicht.

Auswege aus dem Kontrollverlust – finden Sie wieder zu sich selbst

Für viele betroffene Partner wird sich die Frage stellen, ob sie der Beziehung noch eine Chance geben wollen oder ob sie sich besser endgültig zu einer Trennung aufraffen sollten. Diese Entscheidung kann ich Ihnen nicht abnehmen. Sie hängt unter anderem von dem Ausmaß der Bindungsunfähigkeit Ihres Partners ab und von Ihrem persönlichen Leidensdruck und Ihrer persönlichen Leidensfähigkeit. Zudem mögen für den Einzelnen gemeinsame Kinder und der Erhalt der Familie eine wichtige Rolle spielen. Es hängt auch von der Bereitschaft Ihres Partners ab, sich mit seiner Problematik auseinanderzusetzen, selbst etwas verändern zu wollen. Im Allgemeinen ist es jedoch so, dass die Bindungsängstlichen.

Sich nicht ändern werden, weil der Partner das will. Das liegt in der Natur der Sache. Wenn Sie sich also entschließen sollten, bei Ihrem Partner zu bleiben, werden Sie sich wohl damit abfinden müssen, dass er so bleibt, wie er ist, und Sie sich mit dem, was Sie bekommen, zufriedengeben müssen.

Egal, ob Sie sich entscheiden, Ihre Beziehung fortzusetzen oder sich zu trennen, in beiden Fällen müssen Sie zu sich selbst zurückfinden und sich um ein gehöriges Maß unabhängiger machen als bisher. Das ist Ihnen wahrscheinlich schon lange klar. Die Frage ist nur, wie? Um es vorwegzunehmen: Es ist nicht leicht, aber es ist möglich. Das zentrale Problem ist, dass Sie momentan im Jammertal feststecken und den Weg nach oben nicht erkennen können - die Bergspitze erscheint sehr weit weg, der Aufstieg kaum zu schaffen. Wenn der Kontrollverlust Sie fest im Griff hat, sind Ihre Gefühle und entsprechend Ihren Gedanken von Ängsten und Depressionen beherrscht - von kurzen Zwischenhochs abgesehen. Die Angst und die Depression lassen Sie Ihren Partner, die Beziehung und die Zukunft stark verzerrt wahrnehmen. Alles erscheint so schwer und so tragisch.

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